Jeannettes Gartenschnipsel

"Blümchensex"
Frühling - Gefühle - Grüne Liebe
Bei meinen ersten Gedankenschnipsel soll es gleich richtig zur Sache gehen.
Es geht um Pflanzenvermehrung, um Fortpflanzung, um Sex.
Keine Angst ich bleib seriös.

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Blümchensex

Frühling - Gefühle - Grüne Liebe

Bei meinen ersten Gedankenschnipsel soll es gleich richtig zur Sache gehen. Es geht um Pflanzenvermehrung, um Fortpflanzung, um Sex. Keine Angst ich bleib seriös.

Beim Spaziergang durch meinen Frühlingsgarten, kam mir der Gedanke: Warum „brezeln" sich die Frühlingsblüher und nachfolgenden Blüten so auf?

Sex ist nicht nur bei uns Menschen und in der Tierwelt wichtig, sondern bei all unseren Pflanzen, Pilzen und Bakterien. Da Pflanzen nun mal auf einem Fleck stehen, können sie sich nicht auf Partnersuche begeben. Sie sind auf „Partnervermittlung" und raffinierte Verführungskünste angewiesen.
Was passiert eigentlich beim Blümchensex? Es wird gelogen und betrogen, was das Zeug hält. Pflanzen haben kein Gehirn, kein Nervensystem und dennoch wissen sie, was zu tun ist. Durch ihre Zellen wandern chemische Signale und sie reagieren auf ihre Umgebung.

Wer hat im Biounterricht aufgepasst? Schnell mal ins Gedächtnis rufen...

Pollenkorn (männlicher Blütenteil) sucht passende Narbe (weiblicher Blütenteil), dabei muss noch ein passender Pollenschlauch ausgebildet werden, dass der männliche Samen zur weiblichen Eizelle gelangt. Darum geht es im Grunde genommen beim Blümchensex.
Der Laienbotaniker Christian Konrad Sprengler machte im 18. Jahrhundert eine interessante Beobachtung und stellte dabei fest, Insekten sind das Transportunternehmen für den Pollen. Sie brauchen Hilfe und sind dabei nicht wählerisch, fliegende Insekten z.B. Bienen, Schmetterlinge, sondern auch Affen, Mäuse, Eidechsen und sogar Giraffen.
Das Fruchtblatt und die Staubblätter entsprechen einem Ehebett, in dem die Frau mit einem halben Dutzend Männern herumliegt. Wie frivol ist das denn?
Der Naturforscher Carl von Linné war so beeindruckt von diesem Wunder der Natur und erfasste Pflanzen als „sexuelle Wesen". Er ordnete sie nach ihren Fortpflanzungsorganen Staubgefäß und Stempel ein. Dieser Exibitionismus der Pflanzen regte den Schriftsteller Michael Allaby zu seinem wunderbaren, tiefsinnigen Buch an.

Buchtipp

„Blümchensex"

Die schockierende Wahrheit über das Liebesleben der Pflanzen

240 Seiten, 4 Farbfotos,
57 farbige Abbildungen,
Format 16 x 21 cm, gebunden
ISBN 978-3-667-10908-8
Verlag Delius-Klasig

Schlussgedanken

Was wäre die Welt ohne Pflanzensex und ihre Bestäuber?

Keine Pflanzen und ohne Pflanzen keine Samen und Früchte und ...
Rückgang der Artenvielfalt, Rückgang der Ernten, weniger Nahrungsmittel, viele Gesundheitsprobleme, weniger Kleidung, weniger Lebensqualität, weniger, weniger, ...
Wir müssten uns ausschließlich von Getreide ernähren, hätten Zahnprobleme und im Polyesteroutfit gekleidet jagten wir unseren Futterkonkurrenten hinterher.

Jeannette Simon-Tischer