Nachruf auf Dr. Eleonore Hohenberger

Wer unter den älteren Gartenfreunden kennt sie nicht: Die Biologin Frau Dr. Eleonore Hohenberger. Mit einem bunten Strauß von Vorträgen ist sie über Jahrzehnte zu den Gartenbauvereinen in Oberfranken gereist und hat fachlich präzise, aber auch verständlich über die verschiedensten Gartenthemen informiert. Natürlich hat sie auch zu heiklen Fragen wie Gentechnik Stellung genommen.
Am 09.11.21 ist sie in München gestorben. Bis zum 80sten Geburtstag war sie in der Erwachsenenbildung aktiv, aber auch immer wieder mit einer Gartenecke im Radio Plassenburg zu hören, sie konnte ihren 90sten Geburtstag erleben und ist im 93sten Lebensjahr von uns gegangen.
Eleonore Hohenberger war eine außergewöhnliche Frau: Sie war der exakten Wissenschaft verpflichtet, konnte aber die oft komplizierten Zusammenhänge verständlich darstellen. Dazu war ihr sicher die Tätigkeit als Gymnasiallehrerin für Biologie und Chemie hilfreich ("Wie sag ich's meinen Kindern"). Sie hat mir ihr Vortragsangebot von an die 80 Themen zukommen lassen. Dies zeigt die enorme Breite ihres Interesses und ihres Wissens, das sie mit den Gartenfreunden teilte. Aber ihr persönliches Interesse war noch viel breiter: Literatur (aktives Mitglied im Literaturverein Kulmbach), Kommunalpolitik, Arbeit bei den Anonymen Alkoholikern, Erwachsenenbildung über die Volkshochschule, Mitarbeit in einer Gesellschaft für Naturmedizin.
Am weitesten über ihre Wahlheimat Kulmbach hinaus wirkten Ihre Fachbücher, die sich mit Kräutern, Giftpflanzen, Bodenkunde u.a. befassten, in die auch Ihr großer Erfahrungsschatz aus dem eigenen Garten einfloss. Ja die Heilkräuter und die damit verbundene Naturmedizin hatten es ihr angetan und so kreisten auch viele Vorträge um dieses Thema, immer garniert mit eigenen oder ausprobierten Rezepten.
Als der 900ste Geburtstag von Hildegard von Bingen begangen wurde, bot sie Vorträge zur Klostermedizin der Hl. Hildegard an. Sie besuchte nicht nur die Internationalen Gartenausstellungen in Deutschland (alle 10 Jahre stattfindend), sondern reiste jeweils der IGA in Europa hinterher, und stellte diese Gartenevents dann in Vorträgen vor.
Frau Hohenberger ist in München geboren und aufgewachsen und erlebte die Stadt noch als NS-Hochburg. Ihr naturwissenschaftliches Interesse führte sie zum Biologiesudium, das sie mit der Promotion in Meeresbiologie abschloss. Anschaulich berichtete sie im Literaturverein über die Erlebnisse an der Meeresstation Helgoland.
Sie kam ans Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium in Kulmbach. Dort hatte sie u.a. zwei sehr unterschiedliche Schüler: den Entertainer Thomas Gottschalk, und den späteren Bezirkstagspräsidenten Henry Schramm.
Als Lehrerin an dieser Schule lernte sie Ihren Heinrich kennen, der sie später sehr unterstützte. Vier Kinder sind der Ehe entwachsen. Nach der Familienphase war die Erwachsenenbildung ihr Anliegen, daneben die Kommunalpolitik (Stadtratsmandat) und natürlich ihr Garten, der ihr neben Bücher- und Schreibtischarbeit Ausgleich verschaffte.
Zum Ende ihrer literarischen Tätigkeit erinnerte sie sich, wie sie sich im Dritten Reich von Glanz und Faszination der Darstellung in München blenden ließ, und wie sie das Umdenken nach dem Zusammenbruch verarbeitet hat. Solche "Confessiones" sind selten, zeigen aber auch die Höhen und Tiefen im Leben einer außergewöhnlichen Frau.
Als Ihr Heinrich gestorben war, war eine große Stütze weggebrochen. Sichtbar wurde dies, wenn sie zu den Vorträgen nun selbst fahren musste, beim Tragen von Leinwand und Projektor mussten nun die zum Vortrag Einladenden selbst helfen. Bald schon waren Ihr die Fahrten quer durch Oberfranken, meist durch die Nacht, zu viel. Sie gab die Vorträge auf, ordnete ihre Literatur und musste auch feststellen, dass sie viele von ihren geliebten Kräutern nicht mehr vertrug.
Das Leben allein wurde immer beschwerlicher, und so übersiedelte sie nach München zu ihren Verwandten und wurde die letzten Jahre in einem Pflegeheim betreut.
Der Bezirksverband Gartenbau verdankt Dr. Eleonore Hohenberger sehr viel, da sie im ganzen Bezirk die Bildungsarbeit zur Gartenkultur mit Ihren Büchern und ihren Vorträgen wesentlich bereichert hat. Wir wollen Ihr ein ehrendes Andenken bewahren.

 

Friedhelm Haun
früher Kreisfachberater für Gartenkultur beim Landkreis Kulmbach

 


 

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Tag der offenen Gartentür 2020 - einmal ganz anders

Eigentlich findet am letzten Sonntag im Juni bayernweit der "Tag der offenen Gartentür" statt, an dem viele private Gärten geöffnet sind.

Aufgrund der Corona-Krise kann das nicht wie gewohnt stattfinden, aber auf den Blick über den Gartenzaun möchten wir nicht ganz verzichten. Der Tag der offenen Gartentür ist immer eine Quelle der Inspiration auch für den eigenen Garten und zeigt die Vielfalt der Gärten.

Laden Sie uns doch virtuell in Ihren Garten ein. Zeigen Sie uns die Besonderheiten, was Ihnen wichtig ist oder einfach auch nur, worüber Sie sich besonders freuen, wenn Sie im Garten arbeiten und entspannen.

Bis Ende Oktober erwarten wir Ihre Zusendungen an info@ogv-oberfranken.de aus Gärten in ganz Oberfranken. Senden Sie uns eine kleine Videosequenz, ein kurze Diashow oder einfach nur einige Bilder. Die besten Beiträge werden wir mit Sachpreisen prämieren.

Für die Jugend haben wir einen eigenen Wettbewerb ausgelobt: 50 seconds in my garden

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OGV Schwarzach-Schmeilsdorf e.V.

Der Verein stellt sich in seiner ganzen Vielfalt vor, indem die Mitglieder den virtuellen Blick über den Gartenzaun erlauben. 

Annerose Nitsche, OGV Wüstenselbitz: Einen Garten zu bepflanzen bedeutet, an morgen zu glauben.

Den Ursprung zu unserem Garten legten schon die Eltern und Großeltern und auch die nächste Generation verwirklicht sich hier. Auf über 2000 qm Fläche entstand ein Garten mit den unterschiedlichsten "Gartenräumen": Ziergarten mit Terasse und einer 6 m hohen Ramblerrose an der Scheunenwand, mediterraner Gartenteich, Kräuterspirale mit Biotop und Steingarten, Hochbeete für Gemüse, naturbelassene Wiese mit alten Obstbäumen und Beerensträuchern. Viele unterschiedliche Sitzplätze laden zum Verweilen ein. Der Garten gestaltet sich rustikal und modern. In unserem Garten sind alle Besucher mit zwei, vier, sechs, acht oder mehr Beinen herzlich willkommen. 

 

Jeannette Simon-Tischer, Bayreuth: Stadtgarten auf historischem Grund

Ein kleiner naturnaher Stadtgarten auf historischem Grund im Herzen von Bayreuth.
Mit einer Fülle an Rosen, Hostas, Fuchsien und unzähligen Blühstauden und Gräsern.
Der Garten ist umrahmt von großen Park-Bäumen, gemütlichen Sitzplätzen laden zum Verweilen ein.
Eine Sandsteinmauer, ein kleiner Teich und viele Sandsteinfiguren bereichern den Garten-Raum-Traum.
Die große 180 Jahre alte, gigantische Linde steht schützend über Haus und Garten.
Die Bepflanzung wurde nach dem Motto von Karl Förster gewählt: „Es wird durchgeblüht"
Die Wiese ist wie eine „begehbare Auslegware" zwischen den Beeten und gibt zusätzliche Struktur im Garten.
Mein Garten ist ständig im Wandel und wird wohl niemals fertig.

Birgit Wunderatsch, OGV Baiergrün: Naturgarten im Frankenwald

Unser Garten liegt in einer wirklich kalten Gegend Bayerns zwischen Frankenwald und Fichtelgebirge. Erst im Juli stehen  Rosen und Stauden in voller Blüte. Bis dahin erfeuen wir uns an zahlreichen Frühlingsblühern, die sich immer wieder von selbst aussäen dürfen wie Vergissmeinnnicht, Ringelblumen und Violen.  Wildsträucherhecken und Bäume am Grundstücksrand bieten zahlreichen Insekten Nahrung und vielen Vögeln Unterschlupf. Die Wiese wird nur auf Verkehrsflächen rund ums Haus gemäht und darf ansonsten blühen, bevor Heu gemacht wird. Auf den Feldsteinen, die wir für Mauern und befestigte Flächen verwendet haben, siedeln sich Moose an. Und auch das leibliche Wohl kommt nicht zu kurz: Kräuter und ein bisschen Gemüse gibt es fast das ganze Jahr über, ergänzt durch Obst und Beerensträucher. Für den natürlichen Dünger sorgen unsere Schafe, die gleichzeitig die neu angelegte Streuobstwiese kurz halten. Vor allem aber genießen wir unseren Garten mit Sitz- und Ruheplätzen in Sonne und Schatten.